Eine unserer Aufgaben als Schule ist es, jeden Schüler entsprechend seiner Begabung zu fördern. Neben der Individualisierung der Unterrichtsgestaltung bemühen wir uns um zusätzliche Angebote für Schülerinnen und Schüler, die in bestimmten Bereichen besondere Begabungen aufweisen.

Dante-Akademie

Die Dante-Akademie ist ein von uns entwickeltes Förder- und Beratungsangebot für Schüler mit besonderen Begabungen der Jahrgangsstufen 5 bis 12. Geeignete Schüler werden vom Kollegium in den Klassenkonferenzen vorgeschlagen. Es folgt eine schulpsychologische Überprüfung ihrer besonderen Begabung. Derzeit umfasst die Gruppe 24 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 11.
Es finden regelmäßige Treffen statt, in denen die Schüler die Möglichkeit haben, mehr über ihre Begabung zu erfahren, u.a. in Form von psychologischen Potentialanalysen. Die Ergebnisse der Tests werden den Teilnehmern in Einzelsitzungen rückgemeldet. In diesem Rahmen haben sie die Möglichkeit, eine individuelle psychologische Beratung hinsichtlich ihrer Begabung und ihres möglichen Werdegangs in Anspruch zu nehmen, sowie eventuelle Schwierigkeiten zu besprechen.
In den regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen werden unter anderem Projekte bearbeitet. In diesem Schuljahr arbeiten wir an dem Projekt „Spinne“. Je nach Begabungsschwerpunkt erarbeiten die Schüler Beiträge zu diesem Thema, die an einem Projektabend und beim Sommerfest vorgestellt werden sollen. Es entstehen dabei musikalische, künstlerische, poetische und naturwissenschaftliche Beiträge.
Je nach Interesse und Bedarf werden Seminareinheiten zu verschiedenen Themen angeboten. So wurden in diesem Jahr die Themen „Präsentationstechniken“ und „Umgang mit Langeweile im Unterricht- Geduld und Zuhören“ bearbeitet.
Die Mitglieder der Dante-Akademie werden regelmäßig über schulinterne und externe Angebote (z.B. Talentschmieden, Wettbewerbe, Ferienkurse) informiert, können sich mit ehemaligen Teilnehmern austauschen und werden bei der Anmeldung begleitet.
In diesem Schuljahr hat die Gruppe gemeinsam eine Ausstellung zum Thema“ Gehirn und Begabung“ im Museum Mensch und Natur in Nymphenburg besucht.
Zielsetzung der Dante Akademie ist die Förderung der besonderen Begabung, aber auch der komplementären Fähigkeiten, also Fähigkeiten in anderen, v. a. sozialen Bereichen.


Geographie bilingual

In diesem Pluskurs wird dem Wunsch nach individueller Förderung der Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße nachgekommen. Das Angebot richtet sich vor allem an geographisch interessierte und sprachbegabte Jugendliche. Sie lernen die englische Sprache als natürliche Arbeitssprache und praktisches Verständigungsmittel zu benutzen, d. h. sich über politische, wirtschaftliche, kulturelle und eben auch geographische Inhalte kompetent auszutauschen. Die Schülerinnen und Schüler begegnen auf diese Weise der Fremdsprache weit intensiver als im reinen Fremdsprachenunterricht als selbstverständlichem Kommunikationsmittel zur Auseinandersetzung mit Fachinhalten. Somit stellt der zusätzliche Pluskurs eine Möglichkeit zur Erweiterung des schulischen Angebotes dar, um individuelle Interessen und Begabungen in einer kleinen Gruppe von maximal 15 Lernenden besonders zu fördern.

Kreatives Schreiben

In diesem Wahlkurs verfassen die Schülerinnen und Schüler Texte, die nichts mit den in der Schule üblichen Aufsatzarten wie Erörterung oder Textanalyse zu tun haben. Vielmehr geht es um Phantasie und Vorstellungsvermögen, um die Möglichkeit, Schreiben als kreativen Akt zu erleben, der den jungen Menschen neue Sichtweisen auf ihr Umfeld und auf die Realität verschafft. Oft wird beklagt, dass sich der Aufsatzunterricht zu sehr auf das Abfassen sachlicher und analytischer Texte konzentriert. Der Kurs vermittelt deshalb andere Fähigkeiten. Die Teilnehmer schreiben Märchen, Kurzgeschichten, Sagen, Hörspielszenen, Fortsetzungsgeschichten und beschäftigen sich mit Sprach- und Schreibspielen aller Art. Die Kurse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler literarisches Schreiben auf eindrucksvollem Niveau beherrschen, wenn sie dazu fachgerecht angeleitet werden. In anderen Ländern, wie z. B. den USA, gehört der Unterricht im Kreativen Schreiben schon längst zur regulären Schul- und Universitätsausbildung.

Mathematik Plus

Der Wahlunterricht Mathematik-Plus richtet sich an besonders interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10, die gerne an Mathematikwettbewerben teilnehmen möchten, Spaß am Lösen etwas kniffliger Aufgaben haben oder sich nur über den Unterricht hinaus mit Mathematik beschäftigen möchten. Durch das gemeinsame Lösen von Wettbewerbsaufgaben lernen sich die Teilnehmer zunächst besser kennen und bereiten sich auf eine eigenständige Teilnahme an aktuellen Wettbewerben vor. Im Kurs erhalten die Schüler Informationen über geeignete Wettbewerbe und deren Termine. Bei Interesse nehmen sie gemeinsam mit ihren Lehrkräften am Tag der Mathematik der TU München in Garching teil. Neue, über den Unterrichtsstoff des Lehrplans hinaus gehende Inhalte können die Schüler je nach Interesse und Alter auf den unterschiedlichsten Wegen erfahren. Betrachten wir zum Beispiel die Entwicklung der Zahlen und der Zahldarstellungen von der Antike bis zur Neuzeit, so lernen wir neben der historischen und technischen Entwicklung auch das binäre Stellenwertsystem und den Euklidischen Algorithmus kennen. Ein Exkurs über rationale und irrationale Längenmaße oder die Messung von Kreisflächen führt uns zu algorithmischen Näherungsverfahren für Wurzeln oder die Kreiszahl Pi, die im Unterricht jeweils nur sehr kurz angesprochen werden können, aber zum Beispiel auch zum Problem des Goldenen Schnitts und seiner Anwendung in Kunst und Architektur (siehe dazu:www.michael-holzapfel.de/themen/goldenerschnitt/gs-arch-kunst/gs-arch-kunst.htm). Ebenso vielfältig können wir auch schon ohne große mathematische Vorkenntnisse und ohne den vom Lehrplan vorgesehenen Unterrichtsinhalten zu sehr vorzugreifen, die Kegelschnitte Kreis, Ellipse, Parabel und Hyperbel kennen lernen und geometrisch untersuchen. Auch hier ergibt sich immer wieder die Möglichkeit experimentell oder computergestützt zu arbeiten und dabei dynamische Geometriesoftware oder Computer Algebra Systeme kennen zu lernen. Unabhängig von der Auswahl der Inhalte hat der Wahlunterricht das Ziel, die Freude und die Fähigkeiten der Schüler im Umgang mit der Mathematik individuell zu fördern. Im Gespräch mit dem Lehrer und gleichgesinnten Schülern können Fragen ausführlich diskutiert und geklärt werden und gleichzeitig die Neugierde auf die Vielfalt des Faches Mathematik geweckt werden.

Französisch als erste Fremdsprache und das „Drehtürmodell“ zur äußeren Differenzierung


Im Französischunterricht der fünften Klasse am Dante-Gymnasium treffen Kinder ohne Vorkenntnisse auf Schülerinnen und Schüler mit muttersprachlichem Hintergrund. Gerade in den ersten Monaten ergeben sich daraus ganz erhebliche Unterschiede bei den Lernvoraussetzungen, denen in diesem Schuljahr mit einer Maßnahme zur äußeren Differenzierung begegnet werden kann.

Eine Stunde pro Woche werden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt, so dass eine sehr leistungsstarke Gruppe (Plus-Kurs), von den übrigen Schülern getrennt, durch die Fremdsprachen-assistentin unterrichtet werden kann. Während die Klassenlehrkraft gezielt mit den Schülerinnen und Schülern des Vertiefungskurses einzelne Unterrichtsinhalte der Woche wiederholen und vertiefen kann, freuen sich insbesondere die Schülerinnen und Schüler mit muttersprachlichem Hintergrund auf weiterführende Übungen, spielerische Wortschatzarbeit oder zusätzliche landeskundliche Inhalte, die über die obligatorischen Unterrichtsinhalte hinausreichen.

Im Unterschied zu den regulären Intensivierungsstunden treten die Muttersprachler hier „durch eine Drehtür“ aus dem normalen Unterricht heraus und können auch eigeninitiativ die Inhalte mitbestimmen, die ihnen weiterführenden Wortschatz und einen vertieften Einblick in Zielsprache ermöglicht. So wird gerade zu Beginn einer Frustration der Muttersprachler durch Leistungs-provokation vorgebeugt und es besteht die Möglichkeit zum kooperativen, selbsttätigen Lernen in einer Kleinstgruppe. Zugleich entsteht für die übrigen Schüler ein Freiraum für völlig unbefangenes Nachfragen und strukturiertes Vertiefen der aktuellen Unterrichtsinhalte. Hier kann z.B. eine von den Muttersprachlern schneller als redundant empfundene erneute Übungsphase zur weiteren Festigung des Erlernten eingeschoben werden. Zugleich strukturiert diese Differenzierungsstunde in der Mitte der Woche den Unterricht, denn aktuelle Lerninhalte können so schnell wieder aufgegriffen und gefestigt werden, bevor neue Lernhinhalte hinzukommen.