„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Dante-Gymnasium

Lange hat es gebraucht, doch nun war es endlich soweit: Am 20.02.2019 wurde das Dante-Gymnasium im Rahmen einer Gala mit dem Titel „Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnet. 
Der Weg dorthin war ein langer, bereits seit einigen Jahren bemühte sich vor allem die SMV, den Titel zu erwerben, doch leider fehlten bis zum letzten Jahr die Kapazitäten für dieses große Projekt. Im Frühjahr des Schuljahres 2017/18 stand dann aber endlich das Konzept, wie wir Unterschriften von über 70 Prozent der Schulfamilie sammeln können. Im Rahmen einer von den Klassensprecher*innen organisierten Zfu-Stunde („Zeit für uns“-Stunde) klärten engagierte SMV-Mitglieder und die amtierenden Schülersprecherinnen über das Projekt auf und sammelten am Ende der Stunde Unterschriften in jeder Klasse. Mit ihrer Unterschrift verpflichteten sich alle Beteiligten dazu, sich an der Schule langfristig gegen Rassismus einzusetzen, bei Rassismus einzuschreiten und einmal im Jahr ein Projekt gegen Rassismus zu organisieren. Nachdem weit über 70 Prozent aller Schüler*innen, Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen des Dante-Gymnasiums diese Verpflichtung unterschrieben hatten, stand nur noch die offizielle Verleihung des Titels aus.

Diese fand am 20. Februar statt. Eröffnet wurde der Abend durch den Chor, der ein bayerisches und ein südafrikanisches Stück zum Besten gab. Nach der Begrüßung durch die Moderatorinnen folgte ein von der SMV gedrehter Film, in dem einige Stimmen aus der Schulfamilie zum Thema Rassismus und Diskriminierung zu hören waren. Der Grundtenor war, dass Rassismus am Dante-Gymnasium weit weniger verbreitet als außerhalb der Schule ist. Dennoch darf man nicht im Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung nachlassen, „Schule ohne Rassismus“ ist ein guter Anfang dafür.

Daraufhin sprach der Schulleiter Herr Fanderl über die vielen gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, sowohl in die richtige Richtung, wie zum Beispiel die „LGBTQ+“-Bewegung, symbolisiert durch die Regenbogenfarben, als auch in eine weniger erfreuliche Richtung, geprägt von Hass und Intoleranz. Anhand dieser Entwicklungen hat sich gezeigt, dass es immer wichtig ist, für Akzeptanz einzustehen, und so ist „Schule ohne Rassismus“ keine Auszeichnung, sondern der erste Schritt einer stetigen Bewegung, die es am Leben zu erhalten gilt.

Danach hielt die Kinderbuchautorin Meike Haas als unsere Patin für das Projekt eine Ansprache. Als Kinderbuchautorin sehe sie es unter anderem als ihre Aufgabe an, Kinder mitzuerziehen. Deshalb sei es auch ihre Aufgabe als unsere Patin, uns einen Rat mit auf den Weg zu geben: „Geht offen durch die Welt!“ Diesen Rat nehmen wir uns selbstverständlich gerne zu Herzen.

Doch das Projekt „Schule ohne Rassismus“ lebt ja vor allem von der Nachhaltigkeit. Aus diesem Grund haben die amtierenden Schülersprecher*innen ihre Pläne für die Zukunft mit uns geteilt. Bereits aufgeführt wurde ein Theaterstück mit Geflüchteten, für die Zukunft sind Kaminfeuergespräche geplant, bei denen man sich abends trifft, um über aktuelle politische Entwicklungen zu reden.

Danach folgte das Highlight des Abends, die Verleihung des Titels durch Herrn Otto von der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, der noch einmal erwähnte, dass der Titel keine Auszeichnung, sondern ein Prozess ist, dass das Dante-Gymnasium aber schon auf einem sehr guten Weg ist.

Nach diesem offiziellen Teil folgte der eher inoffizielle Teil der Gala mit Sekt und kleinen Häppchen sowie einer Ständemeile, auf der sich Organisationen vorgestellt haben, bei denen man sein soziales Engagement fördern oder sich zumindest Anreize dafür holen kann.

Insgesamt war es ein rundum gelungener Abend, der sich zusammenfassen lässt mit den Worten: „Hass wird gelehrt. Und so wie Hass gelehrt werden kann, kann auch Liebe und Toleranz gelehrt und gelernt werden, deshalb ist Schule ohne Rassismus so wichtig.“

Text: Nadine Brech

Fotos: Destina Kizilocak

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