Demokratieerziehung und gelebte Demokratie am Dante

„Demokratie braucht Ideengeber“ mahnt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Rede vom 26.09.2018) und wird nicht müde zu betonen, dass eine Demokratie ohne den Einsatz ihrer Bürgerinnen und Bürger nicht bestehen kann. Gerade in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, die Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit demokratischen Prinzipien vertraut zu machen (vgl. Art. 131 Bayerische Verfassung: „Die Schüler sind im Geiste der Demokratie […] zu erziehen.“). Daher wird am Dante-Gymnasium auf Demokratieerziehung und gelebte Demokratie innerhalb der Schule viel Wert gelegt. Dies zeigt sich auch an einer Vielzahl von Projekten im Sozialkundeunterricht und weit darüber hinaus.

Eine Themenübersicht:


Juniorwahlen

Auch im Vorfeld der Landtagswahl 2018 beteiligte sich das Dante-Gymnasium wieder am Projekt Juniorwahl. Von der Wahlbenachrichtigungskarte über den Urnengang mit echten Wahlkabinen bis hin zur Stimmenauszählung im Wahllokal bietet diese Wahlsimulation den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, einen kompletten Wahlprozess nicht nur mitzuerleben, sondern auch selbst durchzuführen. Besonders interessant: die Wahlergebnisse an der eigenen Schule, die mit den landes- bzw. bundesweiten Ergebnissen verglichen werden können! Wahlberechtigt waren alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12.

Hier zu den Wahlergebnissen der Juniorwahl 2018 am Dante-Gymnasium.


Wahl der Schülersprecherinnen und Schülersprecher

Ambitionierte Wahlkampfauftritte und basisdemokratische Wahlakte sind am Dante-Gymnasium gelebte Realität. Nämlich jedes Jahr dann, wenn die Schülersprecherinnen und Schülersprecher gewählt werden. Dann stellt jede Kandidatin und jeder Kandidat ein Programm auf, das jeweils der versammelten Schülerschaft einer Jahrgangsstufe vorgestellt wird. Anschließend gehen die Klassen geschlossen zum Wählen: so ist sichergestellt, dass alle ihr Wahlrecht auch wahrnehmen können. Bereits die Kleinsten machen sich so mit den Prinzipien der allgemeinen, direkten, freien, geheimen und gleichen Wahl vertraut. Zusätzlich werden alle zwei Jahre die Verbindungslehrkräfte von allen Schülerinnen und Schülern gewählt.


Oberstufenkurs Politik und Zeitgeschehen

Eine wichtige Rolle bei zahlreichen Unternehmungen im Bereich Politische Bildung am Dante-Gymnasium spielen die Teilnehmer des Oberstufenkurses Politik und Zeitgeschichte, kurz „PuZ-Kurs“ genannt. Die Möglichkeit einer Profilbildung hin zur Politischen Bildung haben im aktuellen Oberstufenjahrgang 23 Schülerinnen und Schüler wahrgenommen. Sie stemmen nicht nur die Durchführung politischer Projekte wie der Juniorwahlen an unserer Schule, sondern organisieren darüber hinaus selbsttätig und projektorientiert Podiumsdiskussionen, Fachvorträge, Filmvorführungen und Ausstellungen und nehmen an politischen Planspielen und Schülerwettbewerben teil.


Baustelle Europa

Das Projekt „Baustelle Europa“ wurde vom PuZ-Kurs anlässlich der Baumaßnahmen im Lichthof des Dante-Gymnasiums ins Leben gerufen. An mehreren Stationen konnte sich die Schulöffentlichkeit während dieser Zeit über die Bedeutung der Europäischen Union für Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa informieren.


Model United Nations

Für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe bietet unsere Schule in der Regel jedes Jahr ein P-Seminar zum Planspiel Model United Nations an.

Model-United-Nations-Konferenzen (MUNs) sind Planspiele, bei denen die Teilnehmer in die Rolle von Delegierten bei den Vereinten Nationen schlüpfen. In simulierten Gremien wie dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung debattieren die Delegierten über weltpolitische Themen, handeln Kompromisse aus und verabschieden Resolutionen.

Jeder Teilnehmer vertritt einen Staat, in dessen Position er oder sie sich vor der Konferenz eingearbeitet hat. Dabei zählt nicht die persönliche Meinung, sondern es ist das erklärte Ziel, die offizielle Position des zu vertretenden Staates möglichst realistisch wiederzugeben. Die Teilnehmer lernen dabei nicht nur die Arbeitsweisen der internationalen Politik kennen, sondern trainieren auch ihre rhetorischen Fähigkeiten und können sich in Verhandlungssituationen erproben. Die Organisation, Planung und Durchführung der Teilnahme obliegt den Seminaristen.


Berlinfahrt

Das Dante-Gymnasium bietet allen Schülerinnen und Schülern am Ende der 11. Jahrgangsstufe eine Exkursion in die Bundeshauptstadt an. Das Programm der Fahrt ist politisch-historisch ausgerichtet. Einige wichtige Stationen der vergangenen Fahrten waren der Besuch des Bundestages, einzelner Ministerien, die Gedenkstätte Hohenschönhausen, aber auch die Teilnahme an einem Planspiel im Bundesrat und im Entwicklungshilfeministerium.


Sozialkunde auf Französisch

Eine Besonderheit am Dante-Gymnasium ist, dass der Sozialkundeunterricht für die Schülerinnen und Schüler des AbiBac-Zweiges auf Französisch erteilt wird. Es gilt zwar der reguläre Lehrplan, allerdings liegt auch hier der Fokus – wo immer dies sinnvoll erscheint – auf deutsch-französischen Themen. Dies ist eine hervorragende Möglichkeit für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, auch ihren politischen Horizont in diese Richtung zu erweitern. Die Abiturprüfung im Rahmen des AbiBac wird verpflichtend im Fach Geschichte, nicht jedoch in Sozialkunde abgelegt.


Schule ohne Rassismus

Es ist nicht zuletzt dem großen Engagement der SMV zu verdanken, dass unsere Schule seit diesem Jahr offiziell das Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen darf. Damit sind wir europaweit die 600. Schule, die diesen Titel verliehen bekommt. Voraussetzung dafür war das Sammeln von Unterschriften, denn nur wenn sich eine Mehrheit der Schulgemeinschaft klar gegen Rassismus ausspricht, darf sich die Schule mit diesem Attribut schmücken. So zogen die Schülersprecherinnen und Schülersprecher eifrig durch die Klassen, stellten das Projekt vor und sammelten Unterschriften. Jedes Mitglied der Schulgemeinschaft ist nun ausdrücklich dazu angehalten, im Schulalltag bewusst gegen Rassismus einzutreten, was dem Geist unserer Schule ohnehin schon entspricht: bei uns hat Rassismus keinen Platz, denn hier ist jeder willkommen!

Wir haben unsere Schülerinnen und Schüler gefragt, warum die Schule ohne Rassismus für sie so wichtig ist. Hier sind einige ihrer Antworten:

„In einer Schule ohne Rassismus weiß man, dass man von den anderen Schülern respektiert wird, auch wenn man anders ist.“ – (Abir, 11 Jahre)

„Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen. Das Dante-Gymnasium muss sich ganz klar gegen Rassismus aussprechen!“ – (Julius, 13 Jahre)

„Wie kann man nur rassistisch denken? Als aufgeschlossener Mensch hat man doch viel mehr Möglichkeiten, interessante Freundschaften zu knüpfen. Das wäre ein großer Verlust.“ – (Tim, 14 Jahre)

„Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde viel gegen rechte Ideologie getan. Wir wissen, welch langer, steiniger Prozess dies war. Nun müssen wir unbedingt verhindern, dass Rassismus wieder hoffähig wird!“ – (Felix, 15 Jahre)

„Es ist wichtig, dass man sich gegenseitig respektiert. An unserer Schule gibt es viele verschiedene Nationalitäten. Da wäre ein Zusammenleben sonst gar nicht möglich.“ – (Janosch, 16 Jahre)

„Deutschland hat aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung im Kampf gegen Rassismus. Leider findet rechte Hetze in Deutschland immer mehr Akzeptanz – aber nicht an unserer Schule!“ – (Nico, 16 Jahre)

„Eigentlich sollte doch Rassismus heute gar kein Thema mehr sein, über das man überhaupt noch diskutieren müsste! Aber dies ist leider nicht der Fall.“ – (Tamara, 16 Jahre)

„Damit das Dante-Gymnasium so bleibt, wie es ist: eine Schule ohne Rassismus!“ – (Léonie, 18 Jahre)

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